Lisa Breitschwerdt, Christina Hümmer und Marie Rathmann haben auf der Frühjahrstagung 2025 der Sektion Medienpädagogik der DGfE vom 19.-20. März 2025 an der Universität Rostock empirische Ergebnisse aus dem Projekt DigiTaKS* präsentiert.
In ihrem Vortrag „Rollen und Subjektwerdung in mediatisierten Lehr-Lern-Settings in der Hochschulbildung: Theoretische Annäherungen und empirische Explorationen am Beispiel des Studiums der Erwachsenenbildung“ wurden ausgehend von sich verändernden Rahmenbedingungen des Lernens in mediatisierten Lehr-Lern-Settings in der Hochschulbildung Fragen nach der Art und Weise der Subjektwerdung und den damit zusammenhängenden Rollen(positionierungen) der Subjekte gestellt.
Dafür wurden Interviewdaten aus internationalen synchron-hybriden Lehr-Lern-Settings im Sinne der Ethnomethodologie, der Praxeologie und der Wissenssoziologie explorativ ausgewertet.


Die Ergebnisse zeigen, dass eine Subjektwerdung und Rollen(Positionierungen) in mediatisierten Lehr-Lern-Settings…
… zwischen Fremdbestimmung (Materialitäten, Körperlichkeit und Normen bestimmten (Un)Möglichkeiten der Subjektwerdung) und individueller resp. kollektiver “Selbst”-bestimmung (Reflexion, Intentionalität und Verantwortungsübernahme, die sich in interobjektiven, intersubjektiven und selbstreferentiellen Praktiken niederschlagen) erfolgt.
… zwischen Distinktion (Rollen der Lernenden werden durch Teilnahmemodus präfiguriert und schreiben sich in die Subjekte ein) und Zugehörigkeit ausgehandelt wird.
… als Kollektivsubjekt initiieren eine Erfahrungs- und Handlungsgemeinschaft, entlang derer Handlungsfähigkeit ausgehandelt und verteilt wird.

Zugleich fördern die Ergebnisse die Sensibilität und Partizipation der Lernenden in mediatisierten Lehr-Lern-Settings (Breitschwerdt et al., 2024; Mayrberger, 2019), verweisen auf die Relevanz der Relevanz von Erfahrungsräumen des ‘Anders-Artigen’ und Notwendigkeit von Orientierungsinstanzen in solchen Settings. Sie setzen erste Impulse für das Begleiten und “Aushalten” von Aushandlungsprozessen (Wie begegnen wir uns in mediatisierten Räumen mit ungleichen Zugängen?), fördern die Akzeptanz von Rollenverschiebungen (“neue” Handlungsfähigkeit) und betonen die Gelingensbedingung der Mediendidaktik, bei der vielmehr das Wie anstelle des Was von Lerninhalten im Vordergrund stehen. Nicht zuletzt werden die konstitutiven Dimensionen des lernenden Subjektes, die in mediatisierten Settings besondere Bedeutung erfahren, deutlich: „Räumlichkeit und Zeitlichkeit, Körperlichkeit, Leiblichkeit, sprachliche und biografische Situiertheit sowie emotionale Einbettungen und Verwobenheiten“ (Schmidt-Lauff & Egloff, 2022, S. 4).
„Die Subjekte der Medienpädagogik Interdisziplinäre Grenzgänge zwischen Idealen, Kritikformen, Gegenständen und Praktiken“ – Frühjahrstagung der Sektion Medienpädagogik (DGfE).
Die Frühjahrstagung 2025 der Sektion Medienpädagogik der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft wird vom Mittwoch, dem 19. März bis Donnerstag, dem 20. März 2025 an der Universität Rostock stattfinden.
Ausgerichtet wird sie in Kooperation mit dem Netzwerk Erwachsenenpädagogische Digitalisierungsforschung (NED) von Jun.-Prof. Dr. Andreas Spengler (Universität Rostock) in Zusammenarbeit mit Jun.-Prof.in Dr.in Franziska Bellinger (Universität zu Köln) und Prof.in Dr.in Ricarda Bolten-Bühler (Europäische Fernhochschule Hamburg).
