PD Dr. Andreas Hilger

Vita

    • Geboren 1967 in Köln. Verstorben 2024 in Tbilissi.
      Am 15. Juni 2024 verstarb unser Freund und Kollege Andreas Hilger. Als Privatdozent an der Professur für Geschichte Osteuropas und Ostmitteleuropas war er nicht nur ein hoch geschätzter Kollege, auch viele Studierende hatten das Glück, ihn kennen und schätzen zu lernen. Seit 2009 lehrte er an der Helmut-Schmidt-Universität, habilitierte sich hier 2015 und sollte im Herbst 2024 zum apl. Prof. ernannt werden. Neben zahlreichen anderen Tätigkeiten in der Wissenschaft baute er zuletzt die neu entstehende Georgien-Präsenz der Max-Weber-Stiftung in Tbilissi auf.
      Ein ausführlicher Nachruf: https://www.maxweberstiftung.de/aktuelles/nachrichten/einzelansicht-nachrichten/detail/News/trauer-um-pd-dr-andreas-hilger.html

    • 2023 – 2024 Head Branch Office Georgia, Max Weber Stiftung
    • 2019 – 2023 Stellvertretender Direktor des Deutschen Historischen Instituts Moskau
    • Sommersemester 2018 Vertretung der Professur für Osteuropäische Geschichte Universität Heidelberg (Prof. Dr. T. Penter)
    • 2016 – 2018 Wissenschaftlicher Leiter des deutsch-russischen Projekts „Sowjetische und deutsche Kriegsgefangene und Internierte“, DHI Moskau
    • Sommersemester 2016 Vertretung der Professur für Neuere Geschichte Universität Heidelberg (Prof. Dr. R. Wenzlhuemer)
    • 2015 Habilitation an der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr Hamburg: „Die sowjetisch-indischen Beziehungen 1941-1965/1966: Kommunismus, Dekolonisierung und Kalter Krieg“
      Venia Legendi für die Fächer Neuere Geschichte und Osteuropäische Geschichte
    • 2011 – 2016 Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Unabhängigen Historikerkommission zur Erforschung der Geschichte des Bundesnachrichtendienstes 1945-1968
    • 2009 – 2011 Lehrkraft für besondere Aufgaben an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr, Hamburg
    • seit 2003 Berater-Tätigkeit für Fernsehproduktionen u.a. Formen gesellschaftlicher Wissenschaftsvermittlung
    • seit 2001 Lehraufträge an den Universitäten Hamburg, Heidelberg und Bremen
    • 1999 – 2005 wiss. Mitarbeiter im Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung, Dresden resp. in der Abteilung für Osteuropäische Geschichte der Universität zu Köln; Projekttätigkeit (u.a. BStU); Rechercheaufträge (u.a. Unternehmensgeschichte Otto Wolff der Otto-Wolff-Stiftung, Köln und Flick-Projekt der Friedrich-Schiller-Universität Jena); Leiter der Fachbibliothek für Slavistik der Universität Hamburg
    • bis 1998 Studium der Mittleren, Neuen, Osteuropäischen Geschichte und der Slavistik sowie Studium der Bibliotheks- und Dokumentationswissenschaften in Köln, Volgograd, Greystones/Irland
    • Promotion an der Universität zu Köln: Deutsche Kriegsgefangene in der Sowjetunion 1941-1956

Forschungsschwerpunkte

  • Geschichte der Internationalen Beziehungen, bes. deutsch-sowjetische Beziehungen und Ost-Süd-Beziehungen
  • Kriegsgefangenschaft im 20. Jahrhundert; Zweiter Weltkrieg und Nationalsozialismus, bes. Strafverfolgung von NS-Verbrechen und Erinnerungskultur
  • Sowjetische Geschichte, bes. Geschichte der Repressionen und Erinnerungskultur

Publikationen

Monographien

  • Deutsche Kriegsgefangene in der Sowjetunion, 1941-1956. Kriegsgefangenenpolitik, Lageralltag und Erinnerung (Schriften der Bibliothek für Zeitgeschichte N.F. 11), Essen 2000. 

Herausgeberschaft

  • Sowjetische Militärtribunale, Band 1: Die Verurteilung deutscher Kriegsgefangener 1941-1953 (Schriften des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung 17), Köln 2001 (gemeinsam mit Ute Schmidt und Günther Wagenlehner).
  • Diktaturdurchsetzung. Instrumente und Methoden der kommunistischen Machtsicherung in der SBZ/DDR 1945-1955 (Berichte und Studien 35), Dresden 2001 (gemeinsam mit Mike Schmeitzner und Ute Schmidt).
  • Sowjetische Militärtribunale, Band 2: Die Verurteilung deutscher Zivilisten 1945-1955 (Schriften des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung 17/2), Köln 2003 (gemeinsam mit Mike Schmeitzner und Ute Schmidt).
  • „Tod den Spionen!“. Todesurteile sowjetischer Gerichte in der SBZ/DDR und in der Sowjetunion bis 1953, Göttingen 2006.
  • Sowjetisierung oder Neutralität? Optionen sowjetischer Deutschlandpolitik in Deutschland und Österreich 1945-1955, Göttingen 2006 (gemeinsam mit Mike Schmeitzner und Clemens Vollnhals).
  • Indo-Soviet relations, Parallel History Project on Cooperative Security, 2008:  www.php.isn.ethz.ch (gemeinsam mit Anna Locher, Shana Goldberg und Matthias Pintsch).
  • Sowjetische Kriegsgefangene im Dritten Reich und ihre Repatriierung, Göttingen 2009 – in Vorbereitung (gemeinsam mit Rüdiger Overmans und Pavel Poljan).
  • Die UdSSR und ihre Verbündeten in der Dritten Welt, München 2009 – in Vorbereitung. 

Beiträge in Zeitschriften und Sammelbänden

1997 – 1999

  • Deutsche Kriegsgefangene im Wiederaufbau der Sowjetunion: Arbeitsorganisation und -leistung im Licht deutscher und russischer Quellen, in: Problemy voennogo plena: istorija i sovremennost‘, Band 2, Vologda 1997, S. 68-72.
  • Deutsche Kriegsgefangene im Wiederaufbau der Sowjetunion, in: Rüdiger Overmans (Hg.), In der Hand des Feindes. Kriegsgefangenschaft von der Antike bis zum Zweiten Weltkrieg, Köln 1999, S. 441-460.
  • Deutsche Kriegsgefangene in der Sowjetunion, 1941-1956: Anmerkungen zur russischen Literatur der neunziger Jahre, in: Newsletter des Arbeitskreises Militärgeschichte e.V. – (1999), Nr. 10, S. 24-29. 

2000 – 2003

  • „Russisch Roulette“ oder empirische Forschung? Eine Replik auf Klaus-Dieter Müller (DA 3/2000), in: Deutschland Archiv. 33 (2000), S. 796-799 (gemeinsam mit Ute Schmidt).
  • „Mit Konfiskation des Vermögens“ – Die SMAD-Befehle zur Vollstreckung der Urteile sowjetischer Militärtribunale zur Vermögenseinziehung in der SBZ/DDR, in: Zeitschrift für Offene Vermögensfragen, 2/2002, S. 81-84.
  • Einleitung, in: Sowjetische Militärtribunale, Band 1: Die Verurteilung deutscher Kriegsgefangener 1941-1953, hg. von Andreas Hilger, Ute Schmidt und Günther Wagenlehner (Schriften des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung 17), Köln 2001, S. 7-21 (gemeinsam mit Ute Schmidt und Günther Wagenlehner).
  • Faustpfand im Kalten Krieg? Die Massenverurteilungen deutscher Kriegsgefangener 1949/50 und die Repatriierung Verurteilter 1950 bis 1956, in: Ebd., S. 211-272.
  • Die sowjetischen Straflager für verurteilte deutsche Kriegsgefangene: Wege in eine terra incognita der Kriegsgefangenengeschichte, in: Ebd., S. 93-142.
  • Der „Ukaz 43“: Entstehung und Problematik des Dekrets des Präsidiums des Obersten Sowjets vom 19. April 1943, in: Ebd., S. 177-210 (gemeinsam mit Nikita Petrov und Günther Wagenlehner).
  • Die Tätigkeit sowjetischer Militärtribunale gegen deutsche Zivilisten: Recht und Ideologie, in: Diktaturdurchsetzung. Instrumente und Methoden der kommunistischen Machtsicherung in der SBZ/DDR 1945-1955, hg. von Andreas Hilger, Mike Schmeitzner und Ute Schmidt (Berichte und Studien 35), Dresden 2001, S. 79-90.
  • Die Sowjetunion als Gewahrsamsmacht des Zweiten Weltkrieges, 1941-1956. In: 100(0) Schlüsseldokumente zur russisch-sowjetischen Geschichte im Internet. http://www.osteuropa.geschichte.uni-er/forschung/schluesseldokumente-deutsch.shtml. 
  • Counter-Intelligence Soviet Style: The Activities of Soviet Security Services in East Germany, 1945-1955, in: The Journal of Intelligence History, 3 (2003), S. 83-105.
  • Sowjetische Gewahrsamsmacht und deutsche Kriegsgefangene 1941 – 1956:Zum Verhältnis von Völkerrecht und nationalem Interesse im Stalinismus, in: MGZ, 62 (2003), S. 395-422.
  • Einleitung: Deutschlandpolitik und Strafjustiz. Zur Tätigkeit sowjetischer Militärtribunale in Deutschland 1945-1955, in: Sowjetische Militärtribunale, Band 2: Die Verurteilung deutscher Zivilisten 1945-1955, hg. von Andreas Hilger, Mike Schmeitzner und Ute Schmidt (Schriften des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung 17/2), Köln 2003, S. 7-33 (gemeinsam mit Mike Schmeitzner).
  • „Erledigung der Schmutzarbeit“? Die sowjetischen Justiz- und Sicherheitsapparate in Deutschland, in: Ebd., S. 59-152 (gemeinsam mit Nikita Petrov).
  • Widerstand und Willkür. Studien zur sowjetischen Strafverfolgung parteiloser Zivilisten in der SBZ/DDR 1945-1955, in: Ebd., S. 193-263.
  • Der Spion, der sich liebte: Wolfram von Hanstein, in: Ebd., S. 397-415.
  • „Haft in entlegenen Gebieten“: Zum Problem der Deportationen Verurteilter, in: Ebd., S. 663-683.
    SMT-Verurteilte als Problem der Entstalinisierung. Die Entlassungen Tribunalverurteilter aus sowjetischer und deutscher Haft, in: Ebd., S. 685-756 (gemeinsam mit Jörg Morré). 

2004 – heute

  • Stalins Justiz auf dem Prüfstand? Deutsche „Kriegsverurteilte“ zwischen Repatriierung und Rehabilitierung, 1953-2002, in: Forum für osteuropäische Ideen- und Zeitgeschichte, 8 (2004), S. 123-150 + Dokumentation S. 245-294.
  • Re-educating the German Prisoners of War: aims, devices, results and memory in East and West Germany, in: Prisoners of War, Prisoners of Peace: Captivity, Homecoming and Memory in World War II, hg. von Bob Moore und Barbara Hately, Oxford 2005, S. 61-76.
  • The ambivalence of Soviet policies toward German POWs, 1941-1956, in: Dmitri Frolov (Hg.), From war to peace. The experience of captivity of the POWs in World War II, 1944-1955, Helsinki 2005, S. 7-13.
  • Skoro domoj? Die Repatriierungen deutscher Kriegsgefangener aus der UdSSR 1945 im Spannungsfeld von sowjetischer Wirtschafts- und Außenpolitik. In: Kriegsgefangene des Zweiten Weltkrieges, in: Gefangennahme – Lagerleben – Rückkehr, hg. von Günter Bischof, Stefan Karner und Barbara Stelzl-Marx, Wien 2005, S. 199-219.
  • „Im Namen der Union der Sozialistischen Sowjet-Republiken“ – Die sowjetische Militärjustiz in Deutschland 1945-1955, in: “Erschossen in Moskau …“. Die deutschen Opfer des Stalinismus auf dem Moskauer Friedhof Donskoje 1950-1953, hg. von Arsenij Roginskij u.a., Berlin 2005, S. 19-35 (gemeinsam mit Nikita Petrov). – 3. Aufl. 2008.
  • Smert’ Špionam! – Tod den Spionen! Todesurteile sowjetischer Gerichte in der SBZ/DDR 1945-1955, in: Andreas Hilger (Hg.), „Tod den Spionen!“. Todesurteile sowjetischer Gerichte in der SBZ/DDR und in der Sowjetunion bis 1953, Göttingen 2006, S. 7-35.
  • Strafjustiz im Verfolgungswahn. Todesurteile sowjetischer Gerichte in Deutschland, in: Ebd., S. 95-155.- „Die Gerechtigkeit nehme ihren Lauf“. Deutsche Kriegs- und Gewaltverbrechen und die sowjetische Justiz, in: Norbert Frei (Hrsg.): Transnationale Vergangenheitspolitik. Der Umgang mit deutschen Kriegsverbrechen in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg, Göttingen 2006, S. 180-246.
  • Nemeckie voennoplennye v SSSR: aktual’nye problemy izučenija, in: V. B. Konasov u.a. (Hg.), Ustanovlenie diplomatičeskich otnošenij meždu SSSR i FRG. Nemeckie voennoplennye v SSSR. Materialy meždunarodnogo naučnogo seminara (Vologda, 17 – 18 oktjabra 2005 g.), Volgoda 2006, S. 60-65.
  • Deutsche Kriegsgefangene und die Erfahrung des Stalinismus, in: Jürgen Zarusky (Hg.), Stalin und die Deutschen. Neue Beiträge der Forschung, München 2006, S. 111-129.
  • Sowjetische Justiz und Kriegsverbrechen. Dokumente zu den Verurteilungen deutscher Kriegsgefangener, 1941-1949, in: VfZG, 54 (2006), S. 461-515.
  • Von Banden und Klassenfeinden: Stalins Tschekisten in Deutschland 1945-1955, in: Sowjetisierung oder Neutralität? Optionen sowjetischer Deutschlandpolitik in Deutschland und Österreich 1945-1955, hg. von Andreas Hilger, Mike Schmeitzner und Clemens Vollnhals, Göttingen 2006, S. 143-168.
  • Deutsche vor der sowjetischen Militärjustiz, in: Sowjetische Militärjustiz in der SBZ/DDR (1945-1955). Tagungsband, hg. von Daniel Bohse und Lutz Miehe, Halle 2007, S. 25-34.
  • Grenzen der Entstalinisierung. Sowjetische Politik zwischen Rehabilitierung und Repression, 1953 bis 1964, in: Kommunismus in der Krise. Die Entstalinisierung 1956 und die Folgen, hg. von Roger Engelmann, Thomas Großbölting und Hermann Wentker, Göttingen 2008, S. 253-273.
  • Moskau und die Entwicklungsländer, in: Prager Frühling. Das internationale Krisenjahr 1968, hg. von Stefan Karner, Natalja Tomilina, Alexander Tschubarjan u.a., Köln 2008, S. 299-315.
  • The Soviet Union and India: the years of late Stalinism, in: Indo-Soviet relations: new Russian evidence, hg. von Andreas Hilger, Anna Locher, Shana Goldberg u.a., Parallel History Project on Cooperative Security, September 2008: www.php.isn.ethz.ch/collections/.
  • Das Russlandbild der deutschen Kriegsheimkehrer, in : Forum für osteuropäische Ideen- und Zeitgeschichte, 12 (2008), Nr. 1, S. 65-83.
  • Die Sowjetunion (1945-1991), in: Handbuch der kommunistischen Geheimdienste in Osteuropa, hg. von Lukasz Kaminski, Krzysztof Persak und Jens Gieseke, Göttingen 2009, S. 43-141.
  • Limited rehabilitation? Historical observations on the legal rehabilitation of foreign citizens in today’s Russia In: Historical justice in international perspective. How societies are trying to right the wrongs of the past, ed. by Manfred Berg/Bernd Schäfer, Cambridge 2009, S. 165-186.
  • Revolutionsideologie, Systemkonkurrenz oder Entwicklungspolitik? Sowjetisch-indische Wirtschaftsbeziehungen in Chruschtschows Kaltem Krieg, in Archiv für Sozialgeschichte, 48 (2008), S. 389-410.
  • Staatsschutz versus Rechtssicherheit. Todesurteile der sowjetischen Justiz in der SBZ/DDR, 1945 bis 1955, in: Barbara Stelzl-Marx (Hg.), Die sowjetische Justiz in Österreich, 1945 bis 1955, Graz, 2009 – im Druck. 

Rezensionen u.a. für AfS, JBfGOE, H-Soz-Kult, sehepunkte

Gesellschaftliche Wissenschaftsvermittlung

  • Vorträge und Interviews im Bereich der politischen Bildung und Information(u.a. Bautzen-Forum; Süddeutsche Zeitung; Frontal 21).
  • Fachberatung für die Dokumentation des ZDF „Die Gefangenen –  Ab nach Sibirien“, Sendetermin: 14. Oktober 2003.
  • Fachberatung für die Dokumentation von SWR/ARD „Heimkehr aus dem Osten“, Sendetermine: 24.08., 08.09. und 05.10.2005.
  • Fachberatung für die Dokumentation des BR „Heimkehr in die Fremde“, Sendetermin: 10. Oktober 2005.
  • Fachberatung für die Dokumentation von ZDF/arte „Spurlos verschwunden“, Erstsendung: 14. März 2007.
  • Fachberatung für den Beitrag: „Vergessene DDR-Opfer – Anita Wille überlebte sibirisches Arbeitslager“, zur Sendung „Menschen und Schlagzeilen“, Sendetermin: 1. Oktober 2008.

Homepage: www.andreas-hilger.de  

HSU

Letzte Änderung: 12. März 2025